Radtour Susi&Felix 2004

Tip: http://www.fahrradreisen.de/

Bad Laasphe/ Lahn - Rhein - Main - Wern - Itz - Rennsteig - Schwarza - Saale - Elbe - Fläming - Havel - Berlin/Spree

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Mittwoch,
21.7.
Bad Laasphe - Gießen. In Argenstein Speiche gebrochen. Reparatur bei Bornemann in Gießen.
83 Km
Donnerstag,
22.7.
Gießen - Runkel. Rast in Fürfurt. Kanuten allerorten.
74 Km
Freitag,
23.7.
Runkel - Lahnstein. Vom (Lahnrad)wege abgewichen und bis zur Schleuse Scheidt gefahren. Am großen Zaun rechts ab und über Laurenburg. Das schreibt sich leicht, war aber schwer.Bad Ems. In Lahnstein hatten wir kaum den schönen alten (200 Jahre!) Gasthof bezogen, da brach das Unwetter los.
76 Km
Sonnabend,
24.7.
Lahnstein - Oestrich-Winkel. Mit unseren frisch erworbenen Binnenschifffahrtskenntnissen war der Schiffsverkehr ein besonders spannendes Schauspiel. Kuchen in St. Goar. Lotsenmuseum an der Loreley. Hotel Nägler. Abendessen auf der schönen Dachterrasse mit Rheinblick.
72 Km
Sonntag,
25.7.
Oestrich-Winkel - Dreieich-Buchschlag. Der historische Kran. Mainbrücke Flörsheim. Vorbei an der Startbahn West.
65 Km
Montag,
26.7.
Es regnet. Wir liebäugeln mit dem Gedanken, eine zweite Nacht "in den Eltern ihre Betten" zu verbringen. Mit der S-Bahn fahren wir nach Frankfurt-Hauptwache. Dort scheint die Sonne und wir kehren postwendend wieder um. Kaum sitzen wir auf dem Rad, regnet es wieder und wir werden das einzige Mal in diesem Sommer mit seinem schlechten Ruf nass. Mit den Eltern im Gut Neuhof Weißwurst zur Feier der Überquerung des gleichnamigen Äquators. Ziel Seligenstadt am Main.
38 Km
Dienstag,
27.7.
Seligenstadt - Wertheim, oft längs den alten Lein- und Treidelpfaden. Weißwurst in Miltenberg, Kuchen in Freudenberg. Hotel Schwan mit Balkon zum Main.
99 Km
Mittwoch,
28.7.
Wir lassen die Räder in Wertheim und fahren mit der Bahn durch das Taubertal über Lauda und Würzburg nach München. Dort treffen wir uns mit den "Kindern", wohnen im European Youth Hotel und besuchen Simon&Garfunkel im Olympiastadion. Die Beiden sind ein Kulturereignis von klassischem Rang. Das Stadion mit seiner Akustik und den unendlich langen Wegen kann man aber nicht weiterempfehlen. In der Nacht gibt's als Zugabe einen Zuhälterkrieg - allerdings nur als Hörspiel. Die Polizei kommt darin nicht vor und man fragt sich warum? Direkt am Hauptbahnhof?!
0 Km
Donnerstag,
29.7.
Retour nach Wertheim. Pause in Würzburg. Essen im schönen Hof des Juliusspitals.
0 Km
Freitag,
30.7.
Wertheim - Gemünden. Benatzkys "Im weißen Rössl" von 1930 auf der Scherenburg. Wir haben mit viel Glück zwei Karten ergattert. Als Vorspeise Zanderfilet und Rivaner 2003. Noch'n Gedicht.
61 Km
Sonnabend,
31.7.
Gemünden - Haßfurt. Verkehrsmuseum. Wie mühsam die Schifffahrt früher war! Wir kürzen die Mainschleife ab und fahren durch das Werntal. Rast in Schweinfurt.
88 Km
Sonntag,
1.8.
Hassfurt - Coburg. Mittag in Bamberg. Der "Pelikan", in dem wir uns nach Ernst Krokers Begräbnis getroffen hatten, öffnet leider erst um 17 Uhr. Weiter auf der B4 bis Breitengrüßbach. Die Motivation lässt stark nach und für die fehlenden 40 Kilometer überlassen wir uns der Deutschen Bahn. In Coburg essen wir in der "Loreley", bestens bedient von der hellwachen, aus Rumänien gebürtigen jungen Kellnerin, der wir von hier aus alles Gute wünschen! Im Kino Spätvorstellung: "Die Frauen von Stepford".
52 Km
Montag,
2.8.
Coburg - Bad Blankenburg. Veste Coburg, Schloßpark Rosenau, Froschgrundsee. Essen in Almerswind hinter der "Grenze", von der nichts mehr zu sehen ist. Theuern, in Limbach über den Rennsteig, 9% Anstieg zum Pumpspeicherwerk Goldisthal. Motorradmäßige Abfahrt. Längs der Schwarza (Gold und Porzellan) nach Bad Blankenburg.
81 Km
Dienstag,
3.8.
Bad Blankenburg - Camburg. Rudolstadt. Rast in Jena. Immer längs der Saale, die aber keinen Treidelpfad hat, also Berg- und Talbahn. Hinter Jena verlassen wir den Saaleradweg, weil wir glauben, es besser zu wissen und geraten auf einen Weg nach Art einer Fischreuse: der Pfad wird immer enger, das Unkraut immer höher, der Rückweg noch weniger verlockend als die ungewisse Zukunft ..... Wenn ich mich auf die Zehenspitzen stelle, kann ich drüber wegsehen .... Ende an einem Graben, der tief genug ist, um hinunterzusteigen aber zu tief, um auf der anderen Seite wieder hinaufzuklettern. Bekanntermaßen kehren wir niemals um, also geht es am Graben entlang, nunmehr durch mannshohe Diesteln und Brennesseln. Zur Aufheiterung wird dieser nicht-Weg auf der linken Seite von einem hohen Zaun begrenzt, der eine kurzgeschorene Wiese beschützt. Adam und Eva hatten es auch nicht besser: Sie sahen das Paradies und durften nicht hinein. Das Glück, wie man weiß, belohnt den Angebrannten: nach langer Prüfung erreichen wir eine Schrebergartenkolonie und werden von den Einheimischen auf den rechten Weg geleitet und sogar von allerlei haltekräftigen Naturprodukten freigezupft. Nach 24 Stunden lässt dann auch der Wunsch nach, neue Haut für die Beine zu kaufen ....

In Camburg nimmt uns die kleine aber fürsorgliche Pension Hannich auf - ein Glück. Bis Jena hätten wir es nach diesem Abenteuer nicht mehr geschafft.

79 Km
Mittwoch,
4.8.
Camburg - Merseburg, über Naumburg (Führung durch den Dom mit der schönen Uta), Leuna und Weißenfels.
69 Km
Donnerstag,
5.8.
Merseburg - Bernburg. Schkopau: endlich können wir mit diesem legendären Namen mehr verbinden als "Plaste und Elaste", nämlich ein schönes Schloß nebst Park. Der Radweg durch Halle ist fast durchgängig grün. Die Fähre Brachwitz ist "planmäßig außer Betrieb". Im Hinterkopf tönt mir Walter Ulbricht. In Wettin gibt es aber auch eine Fähre und dort stoßen wir an auf bisher Tausend geradelte Kilometer. Die Nachrichten sprechen vom heißesten Tag des Jahres und der Verbrauch an Eistee ist entsprechend. Pfanner macht übrigens den Besten - und wir verstehen etwas davon ;-)
In Bernburg wohnen wir im extra fahrradfreundlichen Hotel Askania.
83 Km
Freitag,
6.8.
Bernburg - "Alte Hölle". Mittag in einem aufgeständerten Elbekahn in Breitenhagen mit wunderschönem Blick auf die Elbe. Übersetzen mit der Gierfähre. Im ständigen Gegenwind, der uns reichlich Partikel der Raps- und Getreideernte ins Gesicht bläst nach Zerbst, durch die Döbritzer Heide, vorbei an einem riesigen Militärflugplatz und bis kurz vor Wiesenburg
(nicht "Wiesenplan" :-), Dort findet sich das im besten Sinn eigenartige Hotel "Alte Hölle" mitten im Wald. General Wenck hat dort Hitlers Befehl zum Entsatz Berlins bekommen und viele Menschenleben gerettet, indem er nicht gehorchte ....
79 Km
Sonnabend,
7.8.
Alte Hölle - Berlin-Wannsee. Wir überwinden den Fläming, was nicht schwer ist. Wie sagte der Buchhändler in Bernburg, bei dem wir die fehlende Karte gekauft haben? "Fläming? Hm. Na ja, das ist nicht das Ende der Welt. Aber von da aus sieht man's." Belzig. Zwischen Brück und Ferch ist der Europaradweg R1 als Radstraße luxuriös ausgebaut. Das Stück bis Potsdam ist gerade in Arbeit. Im Schloß Petzow gibt's Havelzander. Die Fähre Caputh hat 150 jähriges Jubiläum und Radler werden kostenlos befördert - aber erst, wenn alle Reden gehalten und alle Musikstücke angehört sind. Und das dauert. Warum eigentlich nicht mehr solche Feste? Zum Beispiel 70 Jahre Frankfurter Kreuz oder so? Nach einer halben Stunde beschließen wir, auf der potsdamer Seite der Havel weiterzufahren. Über die Glienicker Brücke und den Kilometerberg, der uns nun irgendwie flacher vorkommt, erreichen wir das Ziel und werden gebührend empfangen. Abends Grillen in Leest.
82 Km
Sonntag,
8.8.
Rund Griebnitzsee.
Dienstag,
9.8.
Große Stadtrundfahrt mit Nanni. Tiergarten - Mitte - Prenzlauer Berg - Treptow - Kreuzberg - Neukölln. Gott sei Dank sind wir ein wenig verspätet gestartet, sonst wären wir womöglich mitten in das Brandunglück im Anhalter Bahnhof geraten ....
Total:
1250 Km